Rainer Slotta, Christine, Rüdiger Just, Alheidis von Rohr

Bergwerke auf Glas -
Kostbarkeiten (nicht nur) für Kaiser und Edelleute

Katalog zur Ausstellung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum vom 09. November 2003 bis zum 08. Augustz 2004, Bochum 2003. 519 Seiten, zahlreiche Abbildungen
(Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 120)
ISBN 3-937203-02-8


Mit dieser Publikation setzt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum - nach der Bearbeitung des bergmännischen Porzellans - die Dokumentation des künstlerischen Erbes des Montanwesens fort.

Das Katalogbuch befasst sich zunächst mit den geschnittenen und geschliffenen Gläsern, wobei die Erzeugnisse der Lauensteiner Hütte (bei Hameln) vorrangig behandelt werden: Dieses braunschweigische Hüttenwerk hat die wohl umfangreichste Produktion geschnittenen Glases mit bergbaulicher Prägung im 18. Jahrhundert hervorgebracht, fast unerreicht sind die kunstvollen Darstellung der bergmännischen Arbeit auf den Deckelpokalen. Die Erzeugnisse aus den mit Steinkohlen gefeuerten Lauensteiner Glasöfen finden künstlerisch hochstehende Parallelen in Gläsern aus sächsischen Hütten, die ebenfalls bergmännische Darstellungen auf ihren Erzeugnissen aufgetragen haben. Andere Glashütten - z. B. in Böhmen - haben sich offensichtlich nur selten dem Thema Bergbau im 18. Jahrhundert zugewendet.

Im 19. Jahrhundert öffnet sich das bergmännische Glas weiten Kreisen: Geschenkgläser, Ranftbecher und Kurgläser tragen bergbauliche Darstellungen, auch farbige, z. B. rubinrote Glaserzeugnisse werden mit bergmännischem Dekor verziert. Das Glas verliert mit zunehmender Produktion und neuen Technologien seine Exklusivität, im 20. Jahrhundert setzt ein Niedergang des bergmännischen Glases ein, die zahlreich anzutreffenden Biergläser sind ein letzter "Abglanz" der im 18. Jahrhundert so glanzvoll begonnenen Entwicklung.

Die ersten, mit bergmännischer Dekoration bemalten Emailgläser stammen aus dem 16. Jahrhundert: Humpen, Halloren- und Ochsenkopfgläser gelten als die wichtigsten Vertreter des bergmännischen Glases. Sie verlieren - wie die Entwicklung des Emailglases überhaupt - ihre Bedeutung im ausgehenden 18. Jahrhundert, eine kurze Renaissance erleben sie im Historismus.

Glasfenster mit bergmännischen Darstellungen sind seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar, die ältesten Belege stammen aus dem Freiburger Münster. Im frühen 17. Jahrhundert finden sich erste "technische" Darstellungen, weitere Beispiele fehlen indessen aus dem späteren 17. und 18. Jahrhundert, sind aber in den Formen des Historismus, der Nazarener, des Jugendstils und des Art déco bis hin zur Gegenwart durchaus anzutreffen. Hier ist der Bergbau -vor allem im Kokereiwesen vor dem Zweiten Weltkrieg und in den 1950er Jahren - durchaus prägend tätig geworden. Das jüngste Beispiel einer Glasmalerei mit bergbaulicher Thematik ist in der Dortmund-Hombrucher Kirche St. Clemens zu finden - es stammt aus dem jahre 1991.

Die Publikation schildert diese Entwicklung anhand zahlreicher Beispiele und mit ausführlicher Beschreibung der in der Bochumer Ausstellung gezeigten Exponate.

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